Normalisierende Praktiken: Konversionsbehandlungen als extreme Form heteronormativer Gewalt

Wann

25. Juni 2024    
18:00 – 20:00

Anmeldung erforderlich

JA

Wo

Uni Oldenburg
Uni Campus Haarentor, Uni Oldenburg

Türpolitik

Organisiert von

FemRef

Ein Vortrag mit Klemens Ketelhut.

Konversionsbehandlungen bezeichnen Versuche, die sexuelle Orientierung und/oder die Geschlechtsidentität von queeren Menschen so zu ändern, dass sie sich einem cis-heterosexuellen Gesellschaftsbild anpassen oder cis-heterosexuell leben. Konversionsbehandlungen waren und sind auch in Deutschland Realität und können als besonders extreme Formen heteronormativer Gewalt verstanden werden. 2023 wurde die erste bundesweite Studie zum Thema Konversionsbehandlungen durchgeführt, die ich zum Ausgangspunkt meiner beiden Überlegungen nehme.

Erste Auswertungsergebnisse verweisen unter anderem darauf, dass Konversionsbehandlungen sowohl in religiösen, aber auch in ärztlichen und psychotherapeutischen sowie familiären Kontexten angebahnt und/oder durchgeführt werden. Zudem legt die Studie nahe, dass die Vorstellung, dass so etwas wie eine geplante und gewollte Änderung der eigenen Sexualität und/oder der eigenen Geschlechtsidentität, möglich ist, auch unter queeren Menschen verbreitet ist und gerade in der Coming-Out-Phase bedeutsam wird.

 

Der Vortrag findet in deutscher Lautsprache statt. Bitte schreib uns eine Mail, wenn du teilnehmen möchtest. Du bekommst dann von uns den Ort der Veranstaltung mitgeteilt.

Bei dieser Veranstaltung wird es ein Awareness-Team vor Ort geben, welches auch nach der Veranstaltung noch ansprechbar ist. Falls ihr euch während der Veranstaltung nicht wohl fühlt könnt ihr euch gerne an das Awareness-Team wenden. Das Awareness-Team handelt solidarisch mit der betroffenen Person oder den betroffenen Personen. Uns ist auch noch einmal wichtig zu betonen dass sich alle Personen bei unseren Veranstaltungen wohl fühlen sollen und dass wir gegebenenfalls auch das Hausrecht durchsetzen werden.

Mit Unterstützung vom Autonomen Referat für Behinderte und chronisch Kranke.

 

Kurzbiografie Referent:

Klemens Ketelhut ist staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger und studierte Volkswirtschaft, Soziologie und Rehabilitationspädagogik. 2014 promovierte er mit einer Arbeit zur deutschen Reformpädagogik. Aktuell leitet er das erste deutsche Forschungsprojekt zu Konversionsmaßnahmen bei Mosaik Deutschland e.V. und ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Halle-Wittenberg, Heidelberg und der DHBW Baden-Württemberg. Zudem leitet er bundesweit Workshops und Veranstaltungen in den Bereichen queere Bildung und diversitätssensiblen (Hoch)Schuldidaktik. Er forscht zu queerfeindlichen Diskursen und Narrativen und zur Pädagogisierung sozialer Bewegungen.